Wir haben schon viel geschafft!

Bericht einer Helferin:

Seit 4 Jahren wohnen nun Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien in Alling.

Die Frauen sind zum Teil noch etwas anders gekleidet, aber bei den meisten Afghaninnen ist das Kopftuch nur noch ein lockeres modisches Accessoire. Die Kinder gehen in den Kindergarten und die Schule. Sie haben Freunde im Ort gefunden. Manchmal gibt es jetzt ein Sprachproblem zwischen den Kindern und den Eltern, da die Kinder viele Wörter nur auf Deutsch kennen. Die meisten Frauen warten voller Vorfreude darauf, dass auch die jüngeren Kinder in den Kindergarten kommen, sie würden nur zu gerne arbeiten.

Deutsch lernen und arbeiten

Wie das funktionieren kann, wird das kommende Jahr zeigen. Der tägliche Besuch des ehrenamtlichen Deutschunterrichts im Bürgerhaus ist zur Routine geworden. Sie kommen so gut voran, dass einige demnächst extern eine Prüfung ablegen können, mit der sie zu einer Ausbildung zugelassen würden. Friseurin, Kinderpflegerin und Pflegehelferin wäre ihr Wunsch.

Von den neu hinzugekommenen Männern arbeitet einer schon bei Rewe. Die anderen „dürfen“ leider nicht arbeiten. So gibt es das Gesetz vor. Von den Flüchtlingen, die schon länger bei uns leben, gibt es viele gute Nachrichten: Rafi macht eine Ausbildung als Automechaniker bei BMW, Muheb als Verkäufer bei VW. Naeem darf die Gesellenprüfung als Fliesenleger extern ohne Lehre ablegen, da seine Fertigkeiten dies ohne Weiteres zulassen. Die beiden jungen Nooris machen eine Ausbildung als Logistikfachmann und Bauzeichner. Basir könnte nach bestandener Führerscheinprüfung bei der Firma Schröder-Haustechnik anfangen. Die Caritas hilft uns bei allem vorbildlich, und so benötigen einige schon bald keine Unterstützung mehr. Der Arbeitsmarkt nimmt sie gerne auf.


 In zusätzlichen Unterrichsstunden bereiten sich diese Flüchtlinge auf eine externe Prüfung vor. Damit würden sie zu Berufsausbildungen auf de,m Arbeitsmarkt zugelassen

Integration

Solange das Wetter gut ist, treffen sich die Familien und die jungen Männer abends auf dem alten Sportplatz. Die Männer spielen Fußball oder Volleyball, die Frauen machen zusammen Hausaufgaben oder „ratschen“. Dabei geht es alltägliche Banalitäten. Und es wird viel gelacht. Hier darf man das! In den Herkunftsländern würde man für dieses Lachen in der Öffentlichkeit streng bestraft.

„Unsere“ Flüchtlinge fühlen sich hier sehr wohl und bemühen sich nach Kräften, sich einzufügen. Manches ist anders, aber muss es immer schlecht sein? Sie würden sich freuen, wenn sie bei den Festen der Vereine in unserer Gemeinde willkommen sind. Dabei könnten sie noch mehr über unser Brauchtum erfahren. Und dazu laden die langen Biertische unserer bayerischen Festkultur doch ein: Sich einfach an einen Tisch setzen, miteinander reden und interessante Bekanntschaften machen! Am guten Beispiel von Alling könnte man sagen, dass Integration durchaus gelingen kann.

  Astrid Jäger, Helferkreis Alling